Lassen wir uns mit einigen Worten des römischen Dichter-Philosophen Seneca (ca. 1-65 n.Ch.) aus dem Jahr hinausbegleiten. In seiner „De brevitate vitae“ („Das Leben ist kurz“, Neuübersetzung von Marion Giebel, Reclam) schreibt er:

„Aber nein, wir haben keine zu geringe Zeitspanne, sondern wir vergeuden viel davon. Lang genug ist das Leben und reichlich bemessen auch für die allergrößten Unternehmungen – wenn es nur insgesamt gut angelegt würde. Doch sobald es in Verschwendung und Oberflächlichkeit zerrinnt, sobald es für keinen guten Zweck verwendet wird, dann spüren wir erst unter dem Druck der letzten Not: Das Leben, dessen Vergehen wir gar nicht merkten, ist vergangen. So ist es nun einmal: Wir haben kein kurzes Leben empfangen, sondern es kurz gemacht ...“

Vielleicht lassen wir uns von diesen Zeilen ins neue Jahr hineinbegleiten. Ohne gute Vorsätze, aber mit ein paar Gedanken darüber, was uns im Leben wichtig ist. Was uns und die Menschen, die uns nahestehen, mit Freude erfüllt.

Vielleicht brauchen wir von ein paar Dingen ein bisschen weniger und von ein paar Werten ein bisschen mehr.

 

"Selig, wer seinen Sommer so erlebt, dass er ihm auch noch den Winter erwärmt." Dieser Gedanke steht über der neuen Ausstellung in den Brunnen-Räumen. Sylvia Frenes-Lutz heißt die Fotografin, der dieser Blick auf das Gipfelkreuz der Vennspitze das Herz erfreute. Diese Freude teilen unsere Besucherinnen und Besucher nun mit ihr. 

Angst ist die Abwesenheit von Vertrauen.

Paul Tillich

 

 

Der Mensch kann nicht leben ohne das Vertrauen in etwas Unzerstörbares.

Franz Kafka